Sardinien 2025

 

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Tour2025 Sardinien: Olbia - Cagliari

Tour2025 Sardinien: Cagliari - Olbia

Status
26.9.2025 - 14.10.2025
Tagesinfo
Datum Tag KM HM Zeit Strecke
26.09.2025 1 65 844 4:56 Olbia - Palau

Die lange Anreise

Ein Mal Autofahrt, drei Mal Eisenbahn und ein Mal Fähre und dazwischen zwei Nächte, das war die lange und von viel Warten und Stress geprägte Anreise nach Sardinien. Die Zugfahrt von Tullnerfeld nach Wien war wie erwartet sehr stressig, weil der Zug sehr voll war. Es gab kaum Platz für die Fahrräder und alles musste sehr schnell gehen.
Die Fahrt im Nachtzug nach Florenz war in der sehr feinen Kabine stressfrei und angenehm, geschlafen habe ich aber nicht viel.

In Florenz mussten wir vom Bahnhof Campo die Marte zum Bahnhof Santa Maria Novelle. Schon das Verlassen des Bahnhofs war ein Abenteuer und hat uns zum Schwitzen gebracht. Die Lifte sind zu klein für die Räder und die Treppen sind lang und steil und bergauf fast nicht zu schaffen, aber die Rolltreppe als Alternative kommt nicht mehr in Frage! Der Verkehr in der Stadt ist gewaltig, am Bahnhof Florenz S.M.N. war die Hölle los und wir beide mit unseren voll beladenen Rädern zwischen drin. Aber wir haben es am frühen Nachmittag nach Livorno geschafft und den restlichen Tag mit Essen, Trinken, Sightseeing und Warten verbracht bis wir endlich gegen 20.30 auf die Fähre durften.
 

Livorno
Nicht Venedig sondern Livorno

 

Eine sehr positive Überraschung

Nachdem wir so viele Schreckensmeldungen von der Fähre nach Olbia gelesen haben, waren wir auf das Schlimmste gefasst. Genau das Gegenteil war der Fall, weil die Fähre ganz neu, absolut sauber und wirklich bequem war. Wir haben beide sehr gut geschlafen. Das war auch wichtig, bei dem was uns am ersten Tag abverlangt wurde.


 

Fähre
Eine riesige, neue Fähre - extra für uns

 

Die erste Etappe

Eine stark befahrene Küstenstraße, Autofahrer die trotz Gegenverkehr überholen (ist so üblich in Italien) und ein ständiges Auf und Ab hat uns am ersten Tag gleich richtig gefordert. Erst nach ca. 50 km sind wir endlich direkt ans Meer gekommen und konnten einmal kurz entspannen. Wie geplant werden wir die erste Nacht in Palau verbringen. Wir sind zwar nur 65 km geradelt, aber das hat uns beiden für heute gereicht.
 

Strand
Endlich am Strand - hier in Canningione ca. 10 km vor Palau

 

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
27.09.2025 2 81 936 6:03 Palau - Badesi

Netter Abend in Palau

Nach dem anstrengenden Tag gestern haben wir ein gutes Abendessen in einem netten Lokal genossen. Wir haben beide sehr gut geschlafen und waren frohen Mutes für den heutigen Tag. Wie auch gestern war die Strecke zu Beginn ein ständiges Auf und Ab mit einem sehr angenehmen Rückenwind. Die riesige Gewitterwolke haben wir nur aus der Ferne gesehen und sind ihr einfach davongefahren. Den ganzen Tag war es sommerlich warm um die 30 Grad.

Einmal Schwimmen musste einfach sein

Auf dem wunderbaren Strand von Santa Teresa Gallura konnten wir noch nicht ans Meer, weil der Zugang einfach viel zu steil war für uns mit den schweren Fahrrädern. Wir haben daher nur die Aussicht und eine ausgiebige Jause genossen. Erst viele Kilometer später sind wir spontan zu einem kleinen Strand abgebogen und haben uns im Meer erfrischt.

Strand Santa Teresa Gallura
Der wunderschöne Strand von Santa Teresa Gallura - leider nur von oben gesehen

 

Planung fehlgeschlagen

Meine Planung für die heutige Etappe mit Ziel in Badesi ist ziemlich schief gelaufen. In der Einschätzung der Entfernung habe ich mich total geirrt. Statt der gemeinten max. 70 KM sind es letztendlich 81 geworden. Das wäre aber kein Problem gewesen, wenn uns da nicht diese gewaltigen Anstiege gegen Ende des Tages an das Leistungslimit gebracht hätten. Nach jedem vermeintlich letzten Anstieg waren wieder einige Kilometer bergauf vor uns und die letzte Abfahrt nach Badesi war richtig abenteuerlich aufgrund des extremen Gefälles mit bis zu 30 %. Wir sind dann erst bei Einbruch der Dunkelheit todmüde im Hotel angekommen.
 

Sonnenuntergang Badesi
Bei Sonnenuntergang in Badesi angekommen

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
28.09.2025 3 32 300 2:36 Badesi - Castelsardo

 

Küstenpfad
Irgendwo sollte hier ein Weg für uns sein.

 

Umweg statt Unfall

Für heute war ein Erholungstag geplant, um uns von den Strapazen von gestern zu erholen. So sind wir erst um 10 Uhr gemütlich losgefahren. Bei der Streckenplanung habe ich mich für einen Abschnitt direkt am Meer entlang entschieden, in der Hoffnung, dass es vielleicht nicht ganz so schlimm sein wird und wir irgendwie durch das unwegsame Gelände kommen. Wir haben uns verschiedene Varianten angeschaut, aber eine war schlimmer als die andere. Letztendlich haben wir uns entschieden, einen Umweg zu fahren um kein unnötiges Risiko einzugehen. Wir sind zwar etwas weiter gefahren, dafür aber sicher zu Mittag in Castelsardo angekommen.

Castelsardo
Berühmtes Bild in allen Reiseführern über Sardinien

 

Gemütlicher Stadtspaziergang

Die ungewohnt viele Freizeit haben wir für einen gemütlichen Abendspaziergang genutzt und uns den Ort etwas näher angesehen. Zum Baden am Stadtstrand war es leider schon etwas zu spät. Viele Touristen sind hier unterwegs, besonders viele Motorradfahrer und auch viele Campingurlauber, die mit dem Fahrrad die Gegend erkunden. Solche Abenteurer wie uns sieht man allerdings nur ganz wenige.

Castelsardo Strand
Am Stadtstrand von Castelsardo

 

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
29.09.2025 4 66 352 4:26 Castelsardo - Stintino

Vom Erholungstag zum Genusstag

Der gestrige Erholungstag hat uns gut getan, deshalb waren wir heute früh auch voll motiviert. Für die Nacht in Castelsardo hatten wir ausnahmsweise ein Appartement gebucht. Das war sehr geräumig und hatte alles was man so braucht, sogar eine Waschmaschine. Nur die Kaffeemaschine hat leider nicht funktioniert, deshalb mussten wir beim Frühstück ohne Kaffee auskommen. Diesen haben wird dann zwischen Castelsardo und Porto Torres direkt an der Strecke bei der Marina di Sorso nachgeholt. Der Espresso war so stark, dass nur vom daran Nippen mein Herz schon zu Rasen begonnen hat. Danach haben wir am wunderbaren Strand bei heftiger Brandung kurz gerastet und ein paar Muscheln gesammelt. Zwischen Marina die Sorso und Porto Torres hat uns vollkommen unerwartet ein wunderbarer Radweg die Möglichkeit gegeben, wieder einmal richtig entspannt zu radeln.

Strand Marina Di Sorso
Kurze Rast am Strand von Marina Di Sorso

 

 

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Der Strand in Porto Torres hat so richtig zum Schwimmen eingeladen. Dem konnten wir einfach nicht widerstehen. Ein herrlicher Sandstrand, türkisfarbenes, angenehm warmes Wasser - so herrlich und das Ende September. Es hat schon einige Überwindung gekostet, wieder aufs Rad zu steigen und weiter zu fahren. 

Strand Porto Torres
Schwimmen wie im Sommer am Strand von Porto Torres

 

Lange Reise bis Stintino

Obwohl wir heute nicht allzu viele Kilometer gefahren sind und auch ausgiebige Pausen eingelegt haben, hat es sich die letzten ca. 10 KM ganz schön gezogen. Wir waren schon sehr erleichtert, als wir beim Hotel endlich vom Rad gestiegen sind. Den Hotelpool haben wir nicht mehr genutzt, dazu hat uns die Kraft gefehlt und auch der Hunger hat sich schon gemeldet.
Stintino liegt auf einer Halbinsel, wo wir morgen die paar Kilometer bis an dessen Ende, dem Capo Falcone fahren wollen. Vielleicht schaffen wir es morgen dann schon bis Alghero. 

Banco Sardegna
Selbstbedienungsbank auf Sardisch - wozu das Tor gut ist?

 

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
30.09.2025 5 71 464 4:41 Stintino - Alghero

Tourismus extrem

Bevor wir heute in der Früh Richtung Alghero gestartet sind, haben wir uns noch Capo Falcone, das Ende der Halbinsel angesehen. Ich habe mir dabei eine Felsenküste mit wilder Brandung und unberührter Natur vorgestellt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die großen Sandstrände sind vollkommen dem Extremtourismus ausgeliefert. Auch jetzt Ende September kommen noch tausende Gäste dort hin, um für einen Parkplatz und Zugang zum Strand eine Menge Geld hinzulegen. Dementsprechend ist auch das Verkehrsaufkommen samt Abgasen. Was ist da erst in der Hochsaison los?

Capo Falcone
Capo Falcone - wunderschön - die Touristenmassen sind ausgeblendet


Viel Trockenheit

Auf dem Weg nach Alghero sind wir durch eine sehr landwirtschaftlich geprägte Landschaft gefahren. Die Schafe und Kühe haben geduldig nach den letzten grünen Halmen auf den ausgetrockneten Weiden gesucht. Am Anfang war es wieder ein ständiges Auf und Ab und dann ein monotones Dahinrollen auf kilometerlangen geraden Straßen. Kurz vor Alghero haben wir einen einsamen Strand für die übliche Schwimmpause im Meer genutzt.

Karge Landschaft
Karge, ausgetrocknete Landschaft auf dem Weg nach Alghero


Alghero

Etwa zwei Kilometer vor Alghero hat ein Radweg begonnen, der uns direkt in die Altstadt geführt hat. Wir haben für diese Nacht extra ein außergewöhnliches Zimmer im Zentrum der Altstadt gebucht. Dass es so ganz extrem besonders ist, haben wir nicht ahnen können. Emanuele der Vermieter ist ein sehr netter, freundlicher und hilfsbereiter Mann und hat uns geholfen, das Gepäck und die schweren Fahrräder über eine sehr steile Treppe in den ersten Stock zu tragen. Wie wir diese morgen wieder hinunter bringen, wissen wir noch nicht.

Bereits bei Dunkelheit haben wir noch ein Abendessen im Freien bei einem der vielen Lokale und danach einen Stadtbummel genossen. Es ist unglaublich, welch buntes Treiben hier spät am Abend in den engen Gassen noch herrscht.

Alghero Wohnung
Die sehr alte, bläuliche Tür ist der Zugang zu unserer Wohnung

 

Alghero Nachtleben
Buntes Treiben mit mediterranem Flair in den unzähligen engen Gassen

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
01.10.2025 6 51 796 4:17 Alghero - Bosa

Auf los geht's rauf

Keine Zeit heute zum Einfahren. Gleich nach der Ausfahrt aus Alghero Richtung Bosa hat die Küstenstraße begonnen und  uns die nächsten 50 KM gefordert. Anstiege zwischen zwei und fünf Kilometern Länge mit bis zu 10% Steigung waren zu bewältigen. Die Temperatur mit ständig über 30 Grad hat es uns nicht leichter gemacht. Wir schaffen das!

Küstenstraße
Immer der Küste entlang - rauf und runter

 

Die Altstadt von Bosa

Bevor wir in unserem Quartier für heute Nacht mitten in der Altstadt angekommen sind, haben wir noch den obligaten Abstecher zum Strand gemacht und uns ein Bad im Meer gegönnt. Die Altstadt ist wirklich so richtig alt. Das Pflaster in den engen Gassen ist noch aus der Römerzeit, die Häuser sind hoch und viele nicht mehr bewohnt und die Fassaden sind meist schmutzig. Aber es gibt überall Lokale, wo man gut essen kann. 

Bosa
Die bunten Häuser der Altstadt von Bosa

 

Morgen werden wir vielleicht einen Pausentag einlegen. Das hängt auch davon ab, ob wir noch ein passendes Zimmer bekommen, denn leider müssen wir aus unserem Quartier wieder auschecken.

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
02.10.2025 7 0 0 0 Bosa

Ruhetag in Bosa

Etwa ein Drittel unserer Reise haben wir geschafft. Zwei Pausentage können wir uns auf der gesamten Reise leisten. Jetzt war es Zeit für einen ganzen Tag ohne Radfahren. Bosa hat einen ganz eigenen Charme, das hat uns gut gefallen.  Wir haben bei herrlichem Sommerwetter ein paar Stunden am Strand verbracht und sind am Abend durch die Altstadt gezogen, haben ausgezeichnet gespeist und uns anschließend noch einen Drink genehmigt. Somit haben wir wieder Kraft für den nächsten Tag getankt.
 

BosaZimmer
Der Eingang zu unserem Zimmer (links unten) in einer den engen Gassen in der Altstadt von Bosa

 

Bosa Fiume Temo
Ein Blick auf die Altstadt von Bosa über den Fluss Fiume Temu

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
03.10.2025 8 79 625 5:22 Bosa - Torro Grande

Die Berge und das Meer

Wir haben gewusst, dass uns heute eine anstrengende Tour bevorstehen wird. Gleich nach Bosa war ein sieben Kilometer langer Anstieg bis hinauf nach Mondolo zu bewältigen. Nachdem wir gut ausgeruht und gestärkt waren, war das für uns kein Problem. Nach ständigem Auf und Ab und einer wunderbaren langen Abfahrt sind wir bei Santa Catarina di Pittinuri wieder ans Meer gekommen. Für eine kurze Fotopause haben wir uns gerade noch Zeit genommen.

Mondolo
Der Blick von Mondolo hinunter ans Meer Richtung Bosa


 

Santa Catarina
Am Strand von Santa Catarina di Pittinuri

 

Abenteuer pur

Die heutige Tour hatte einige abenteuerliche Überraschungen und Herausforderungen parat. Der Weg entlang vom Meer war nur so gespickt mit Hindernissen. Ein kleines Hoppala durfte dabei auch nicht fehlen. Zuerst ist der Weg durch einen Wald, vorbei an kleinen, versteckten Ferienhäusern, immer enger und schwieriger geworden. Bei einer ganz engen Durchfahrt bei einem Schranken hat Anna eine Packtasche verloren. Zum Glück ist es mir 200 m später aufgefallen, weil wir anhalten mussten, da der geplante Weg plötzlich nicht mehr vorhanden war. Danach mussten wir die Räder durch knöcheltiefen Sand schieben. Heute konnte uns einfach nichts aufhalten, nicht einmal ein versperrtes Tor und eine sehr aufwendig gebaute Absperrung bei einer Brücke. Das Tor war zum Glück nur mit einer Kette zugehängt aber nicht versperrt und bei der Absperrung haben wir die Räder einfach drüber gehoben. Einige Kilometer später haben wir allerdings kapituliert, weil der Weg einfach nicht mehr fahrbar war. Wir sind zurück auf die Straße und haben einen Umweg genommen, um endlich unser Tagesziel in Torro Grande zu erreichen.

Hindernis
Hindernis überwunden

 

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
04.10.2025 9 71 92 4:35 Torro Grande - San Gavino Monreale (weiter im Zug nach Cagliari)

Auf dem Weg nach Cagliari

Mit dem Aufbruch aus Torre Grande haben wir die Westküste verlassen und uns auf den Weg Richtung Cagliari durch das Landesinnere gemacht. Unser erstes Ziel war Oristano, wo wir einen kurzen Abstecher in das Zentrum gemacht haben. Nachdem dort eine sehr lautstarke Pro Palästina Demonstration stattgefunden hat und uns der Wirbel zu viel war, haben wir uns eilig wieder auf den Weg gemacht.

Oristano Torre Mariano II
Der Torre Mariano II in Oristano

 

Teils sind wir auf ruhigen Nebenstraßen, auf Schotterwegen oder auch einige Kilometer auf einer Strada Statale gefahren, die meiste Zeit mit Rückenwind. Manchmal gibt es auch einen Radweg.

Radweg
Ein toller Radweg !?

 

Die Gegend ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Viele Olivenplantagen, Reis- und Gemüsefelder, Rinder- und Schafherden haben wir passiert. Hunde, die brav auf ihre Schafe aufpassen, haben uns zu erkennen gegeben, dass wir hier nicht erwünscht sind. Ein ständiger Begleiter sind Kakteenfelder mit reifen Früchten. Ich habe eine gepflückt und gekostet. Sie schmeckt ganz gut, allerdings habe ich die feinen Stacheln noch immer in meinen Händen. Überall wo es Teiche oder kleine Seen gibt, halten sich in großen Scharen Flamingos auf.

Flamingos
Eine der vielen Scharen von Flamingos

 

Plan geändert

Für den Abend und für den ganzen Sonntag hat es eine Wetterwarnung gegeben. Es muss mit sehr starkem Wind gerechnet werden. Wir haben daher unseren Reiseplan etwas geändert und sind nach 71 km in San Gavino Monreale in den Zug nach Cagliari gestiegen. Am Bahnhof angekommen, haben wir gerade noch 5 Minuten gehabt um am Automaten ein Ticket zu kaufen und unsere Räder im Zug zu verstauen. Das hat wunderbar geklappt. Dafür war die Fahrt vom Bahnhof zu unserem Zimmer durch den irren Straßenverkehr umso abenteuerlicher. Aber auch das haben wir gut geschafft und werden morgen den ganzen Tag noch in Cagliari bleiben und erst am Montag wieder losstarten und den zweiten Teil unserer Reise zurück nach Olbia beginnen.
 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
05.10.2025 10 0 0 0 Cagliari

Ein erholsamer Tag in Cagliari

Für eine Stadtbesichtigung war der heutige Sonntag genau richtig. Es war wenig Verkehr und damit weniger Hektik auf den Straßen. Das Wetter war wie immer sommerlich und der angesagte Sturm war bis zum späteren Nachmittag nur ein angenehmes Lüfterl. Erst am Abend ist dann ein etwas heftigerer Wind aufgekommen. Wir haben uns heute für den bevorstehenden zweiten Abschnitt unserer Reise gut regeneriert .

Um viele der Sehenswürdigkeiten bewundern zu können und uns einen sehr langen Fußmarsch durch die Altstadt zu ersparen, haben wir einfach eine Stadtrundfahrt mitgemacht.

Nachstehend ein paar der vielen Fotos von unserer Stadtbesichtigung.

Cagliari Stadtbesichtigung
Mit diesem Vehikel sind wir durch die Altstadt gefahren.

 

Bastione di Saint Remy
Eines der berühmtesten Motive in Cagliari: Bastione di Saint Remy

 

Platz mit Restaurant
In den Gassen und auf allen Plätzen gibt es unzählige Restaurants und Cafes


 

Elefantenturm
Der Elefantenturm in Cagliari

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
06.10.2025 11 58 564 4:19 Cagliari - Villasimius

Der Tag hat gut begonnen

Die Ausfahrt aus Cagliari im Montag Morgenverkehr war komplett unproblematisch. Unser Zimmer ist zufällig genau an unserer geplanten Strecke gelegen. Das haben wir bei der Buchung überhaupt nicht beachtet. Daher mussten wir nicht lange einen Weg suchen. Entlang vom Meer hatten wir einen super ausgebauten Radweg, 25 Grad bereits um 9.00 Uhr und dazu noch den Wind im Rücken.

Cagliari Felsen
Blick zurück von der Strecke nach Cagliari

 

Küstenstraße und ein irrer Motorradfahrer

Nach Cagliari hat uns wieder die Küstenstraße mit ständigen Anstiegen und Abfahrten gefordert. Nachdem wir gestern einen Ruhetag hatten, haben wir die teils steilen bergauf Passagen ohne Probleme gemeistert. Für einen rapiden Anstieg unseres Adrenalinspiegels hat ein Wahnsinniger auf seinem Motorrad gesorgt, der in einer engen Rechtskurve so knapp an mir vorbeigebraust ist, dass gerade noch eine Hand dazwischen gepasst hat. Gleich darauf hat auch noch ein Autofahrer mein Leben aufs Spiel gesetzt. Wir sind dennoch in Villasimius gut angekommen und haben sogar noch ein paar Kilometer davor ein Bad im Meer genossen. 

Villasimius Badestrand
Noch schnell ein Bad im Meer vor der Ankunft in Villasimius

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
07.10.2025 12 53 416 3:44 Villasimius - Muravera

Non Arrivederci Villasimius

Zu unserer Station von gestern muss ich noch einen Nachtrag schreiben. Villasimius ist ein Extrem-Tourismusort. Aufgrund der Lage an der schmalen Landzunge gibt es unzählige Strände und dementsprechend wurde die gesamte Umgebung für den Tourismus ausgebaut. Auch Anfang Oktober sind noch unglaublich viele Touristen (vor allem sehr viele Deutsche) hier. Der Verkehr ist dementsprechend hektisch, die Straßen sind mit Lokalen und Geschäften übersät und die Preise in den Restaurants sind jenseits von gut und böse. Wie ist es hier bloß in der Hauptsaison? Wir werden es sicher nicht mehr erleben.

Und wieder ein Sommertag

Gleich nach Villasimius waren wir wieder auf der Küstenstraße - also bergauf und bergab. Wir haben den Ausblick von oben auf die Küste richtig genossen und hätten alle paar hundert Meter stehenbleiben können um Bilder der spektakulären Landschaft zu machen. Etwa fünf Kilometer nach Villasimius sind wir durch ein heuer erst vollkommen abgebranntes Tal gefahren.

Waldbrand
Ein ganzes Tal abgebrannt

 

Etwa zu Mittag waren wir an der Costa Rei auf einem Kilometer langen weißen Sandstrand, um unseren Hunger zu stillen und natürlich das obligate Bad zu genießen. Das Meer war wunderbar warm, die Brandung sensationell und die Sonne wie im Hochsommer.

Costa Rei
Eine traumhafter Platz für eine Pause - Costa Rei

 

Tagesziel Muravera

Die zweite Hälfte unserer heutigen Etappe war sehr abwechslungsreich. Ausgetrocknete Weiden, wo Kühe trockenes Stroh als Futter bekommen, Orangen- und Olivenplantagen, Bewässerungsteiche und -kanäle und Schilfgürtel haben wir gesehen, bis wir gar nicht allzu müde in einem wunderschönen Quartier mit einer sehr netten Gastgeberin in Muravera angekommen sind.

Schilfdschungel
...und dann war sie im Schilfdschungel verschwunden

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
08.10.2025 13 45 260 3:10 Muravera - Tertenia

Wunderschönes Zimmer und gutes Frühstück

Die Unterkunft in Muravera war wirklich ein Highlight. Schönes Haus, sehr nette Gastgeberin und das Zimmer gleich vom Hof aus zu erreichen, ohne das Gepäck über Treppen schleppen zu müssen. Auch das Frühstück hat keine Wünsche offen gelassen. So sind wir ganz entspannt in den heutigen Tag gestartet.

Heißer Tag aber kein Bad im Meer

Derzeit führt uns unsere Route weg vom Meer Richtung Berge. Zu unserer Überraschung haben wir nach etwa zwei Stunden Fahrt an der Strecke ein Hinweisschild zu einem Strand gesehen. Das war wirklich die vorerst letzte Möglichkeit für einen Strandaufenthalt und nur zwei Kilometer von der Route entfernt. Knapp vor dem Strand hat uns leider ein unter Wasser gesetzter Weg ausgebremst. Wir wollten nichts riskieren und sind nicht durch das Wasser gefahren, sondern haben auf das Bad verzichtet und sind weiter geradelt.

Ausgebremst
Ausgebremst - heute kein Bad im Meer

 

Flussbett ohne Fluss

Auf unserer heutigen Tour war wieder ganz stark die extreme Trockenheit in der Natur präsent. Nicht nur die Wiesen, Felder und Weingärten sind staubtrocken, auch ganz viele Flüsse sind ausgetrocknet. Nicht ein einziger der viele Flüsse an der Strecke hatte Wasser.

Flussbett
In kaum einem Fluss oder Bach fließt tatsächlich Wasser

 

Eseln und Schafe und die erste Panne

Nach einer kurzen Kaffeepause am Nachmittag sind wir noch ca. zwei Kilometer gefahren, als wir auf einer Weide Eseln und Schafe gesehen haben. Wir sind kurzerhand stehen geblieben um ein Foto zu machen. Anna wollte ihr Rad abstellen und hat gemerkt, dass der Ständer das Rad nicht mehr hält. Ich habe dann zufällig die verlorene Schraube ein paar Meter daneben gefunden und wieder anschrauben können. Manchmal braucht man auch ein bisschen Glück. Somit haben wir unser Tagesziel in Tertenia mit voll funktionierenden Rädern erreicht. In Tertenia verbringt man nur dann eine Nacht, wenn's unbedingt sein muss. Es macht einen sehr wilden Eindruck, aber wir haben ein super Quartier mit einem netten Gastgeber.

Esel
Eseln und Schafe - gibt's auch bei uns.

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
09.10.2025 14 41 332 2:40 Tertenia - Tortoli

Wieder einmal heimische Küche

Gestern in Tertenia hatten wir ein Appartement gebucht und somit konnte Anna mit unserem Einkauf vom Gemüsegeschäft, Supermarkt und Fleischhauer ein richtig gutes Essen wie zu Hause auf den Tisch zaubern. Nach den vielen Nudeln und Meeresfrüchten eine willkommene Abwechslung. Wir haben in diesem etwas wilden Bergdorf gar nicht nach einem Lokal gesucht. Irgendwie ist mir der Ort vorgekommen wie jenes verlassene Bergdorf in dem Film 'Willkommen bei den Sch'tis.

Durch die Berge bis an den Strand

Von Tertenia weg waren noch einige ziemlich heftige Anstiege zu bewältigen bis wir endlich lange Richtung Meer hinunter fahren konnten. Von weitem waren schon die berühmten roten Felsen von Arbatax, dem großen Hafen bei Tortoli, zu sehen.

Rote Felsen
Die berühmten roten Felsen (Porphyrfelsen) in der Bucht von Arbatax

 

Einige Kilometer vor Tortoli gibt es einige wunderbare Sandstrände und wir konnten der Versuchung natürlich nicht widerstehen. Ein Bad im Meer musste einfach sein. Das Wasser war angenehm warm, kaum Menschen am herrlichen Sandstrand und das Bewusstsein, nur mehr ein paar Kilometer fahren zu müssen.

Tortoli Strand
Und wieder ein herrliches Bad im Meer am 9. Oktober

 

Planänderung

Für morgen wäre die Königsetappe über den Passo Genna Silana mit insgesamt 1.200 Höhenmetern und teils sehr steilen Anstiegen am Programm gewesen. Gerade für morgen ist allerdings viel Regen und Wind angesagt. In dieser Höhe kann das schon ziemlich ungemütlich werden. Diese Herausforderung ist uns wahrlich zu heftig. Wir haben uns daher entschieden, uns in der Früh mit dem Taxi über den Pass bis Dorgali bringen zu lassen. Von dort sind es dann noch ca. 14 km bergab, bis wir wieder am Meer sind.

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
10.10.2025 15 59 372 3:49 Tortoli - Dorgali (mit Taxi) - La Caletta

Taxi Mirko und Taxi Marco

Beinahe hätte ich einen Kuddelmuddel zustande gebracht. Für die heutige Taxifahrt von Tortoli bis Dorgali über den Passo Genna Silana habe ich drei Taxiunternehmen angeschrieben. Taxi Mirko hat sich als erster gemeldet und mich dann auch noch angerufen. Wir haben alles fixiert und ich habe ihm die Adresse unserer Unterkunft geschickt, wo er uns abholen sollte. Dann hatte ich noch zwei Anfragen per E-Mail bezüglich dem Transport der Räder. Nachdem dann noch eine Anfrage bezüglich der Abholadresse gekommen ist, bin ich stutzig geworden und habe festgestellt, dass ich da mit Taxi Marco kommuniziert habe, in der Annahme das wäre immer noch Taxi Mirko. Im letzten Moment gerade noch verhindert, dass zwei Taxis vor der Tür stehen.

Das Verladen der Räder war etwas schwierig und ist sich gerade auf den letzten Zentimeter ausgegangen. So sind wir im Auto gemütlich über den Pass gefahren, ein paar Kilometer lang hat es auch heftig geregnet. Es war auf alle Fälle die richtige Entscheidung, mit dem Taxi zu fahren, weil die Auffahrt wirklich extrem steile Abschnitte aufweist und wir dann wahrscheinlich auch noch lange im Regen hätten fahren müssen. In Dorgali sind wir ausgestiegen, haben die Räder wieder zusammengebaut, das Gepäck aufgeladen und haben uns vorerst einmal ein spätes Frühstück genehmigt.

Dorgali im Regen
Das erst Mal auf unserer Reise mit Regenjacke - hier in Dorgali

 

Wilde Fahrt bergab mit Ende am Strand

Die Abfahrt haben wir auf einer kleinen, teilweise sehr steilen, mit Steinmauern gesäumten Nebenstraße bewältigt, die uns streckenweise an die Straßen in Irland erinnert hat. Letztendlich sind wir an einem schönen Strand gelandet, wo der fahrbare Weg allerdings zu Ende war. Aber auch das haben wir bewältigt. Wir mussten die Räder auf einem schmalen, steilen Pfad hinaufschieben, um wieder an eine Straße zu kommen. Die restlichen ca. 40 km waren ein ständiges, zermürbendes Auf und Ab, bis wir ziemlich müde und spät La Caletta erreicht haben.

Straße mit Steinmauer
Irland oder Sardinien? Wir sind jedenfalls rechts gefahren.

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
11.10.2025 16 0 0 0 La Caletta

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
12.10.2025 17 0 0 0 La Caletta

Und irgendwann bleib i …

Nicht für immer, aber zwei Tage Pause haben wir uns gegönnt. Mit der Zugfahrt nach Cagliari und der Taxifahrt über den Pass haben wir uns insgesamt drei Tage Radfahren erspart. Somit können wir uns hier erholen und Kraft tanken für die bestimmt stressige Heimreise. Auf den beiden letzten Etappen bis Olbia haben wir jeweils nur mehr ca. 30 km zu fahren, sodass wir nicht komplett abgekämpft in Olbia ankommen werden.

Nix tun ist ganz schön anstrengend

Die beiden Tage in La Caletta haben wir mit Faulenzen, Spazierengehen, am Strand liegen, Schwimmen, Kaffee trinken und Essen verbracht. Beim Radfahren vergeht die Zeit wesentlich schneller. Wir freuen uns schon, wenn's morgen wieder losgeht.
 

La Caletta Stein
Stadtbummel in La Caletta

 

La Caletta Strand
Am Strand spazieren, in der Sonne liegen und schwimmen

 

La Caletta Hafen
Hafenbesichtigung

 

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
13.10.2025 18 31 205 2:06 La Caletta - San Teodoro

Und wieder ein Sommertag

Sehr gut ausgeruht sind wir heute in La Caletta gestartet. Am Hafen haben wir bereits wieder eine Pause eingelegt, um uns in der Bar del Porto bei bereits glühendem Sonnenschein noch einen Kaffee zu genehmigen. Bis zum heutigen Tagesziel San Teodoro waren es nur etwa 30 km, dementsprechend gemütlich sind wir geradelt. Ein Anstieg mit zwei Kilometern Länge war am Ende der Etappe noch zu bewältigen. So steil wie befürchtet wars dann doch nicht und daher sind wir trotz Temperaturen um die 30 Grad noch vollkommen fit in San Teodoro angekommen.

Su Tiriarzu
Das Dorf Su Tiriarzu über der Lagune von La Caletta. Der Turm steht auf einer steilen Felsklippe.

 

Ein Bad am angeblich schönsten Strand von Sardinien

Wir konnten heute ausnahmsweise bereits um 13 Uhr in unser Zimmer einchecken. Das Haus mit Garten hat vier Wohnungen und liegt in einer sehr ruhigen Gasse nicht weit vom Zentrum. Die Zeit haben wir genutzt, um die ca. 1,5 km an den Strand von La Cinta zu fahren. Dieser Strand liegt an einer kleinen Halbinsel mit traumhafter Umgebung. Der feine weiße Sandstrand erstreckt sich über gut drei Kilometer. Im Sommer soll es hier angeblich nicht leicht sein, einen freien Platz am Strand zu finden. Leider konnten wir nur ein schnelles Bad in der herrlichen Brandung nehmen, weil über die Berge dunkle Gewitterwolken gekommen sind und ein ziemlich frischer Wind für Abkühlung gesorgt hat. Aber wir haben es genossen, auch in dem Bewusstsein, dass es das letzte Mal in diesem Jahr war.

San Teodoro
Ein seltener Schnappschuss am Strand von La Cinta bei San Teodoro

 

Die Rückreise

Morgen haben wir noch etwa 30 km bis Olbia. Wir werden uns bewusst viel Zeit lassen dafür, weil unsere Fähre erst um 22 Uhr loslegt und wir frühesten zwei Stunden davor an Board gehen können.

 

Datum Tag KM HM Zeit Strecke
14.10.2025 19 31 167 1:55 San Teodoro - Olbia

Der letzte Tag auf Sardinien

Die Fahrt von San Teodoro bis Olbia war wahrlich keine Genussfahrt. Einzige Möglichkeit nach Olbia zu kommen, ist auf der stark befahrenen Strada Statale 125. Da gibt es keine Sekunde Entspannung. Wir hatten jede Menge Zeit zur Verfügung und deshalb haben wir etwa bei der Hälfte der Strecke eine ausgiebige Pause an einem einsamen Strand gemacht. Es war noch angenehm warm und wenn keine Wolken die Sonne getrübt haben, sogar noch heiß. Über dem Bergkamm ist jedoch schon deutlich erkennbar eine massive Gewitterfront aufgezogen.

Sardinien Flagge
Die Flagge Sardiniens markiert den Strand. Im Hintergrund schon dichte Wolken.

 

Das absolute Wetterglück

Wir sind gegen 18.30 Uhr in den Hafen gefahren, um auf die Fähre zu warten. Bis zum Boarding um etwa 20 Uhr war's noch trocken, aber am Horizont waren schon die ersten Blitze zu sehen. Kurz nachdem wir in unserer Kabine waren, hat es draußen begonnen kräftig zu regnen. Somit sind wir unsere gesamte Zeit auf Sardinien, bis auf ein paar Minuten leichtes Nieseln in Dorgali, komplett ohne Regen durchgekommen. Nicht nur das, es war jeden Tag noch Sommer und Badewetter. So viel Glück mit dem Wetter ist fast unglaublich.

Olbia Fähre
In Pole Position auf das Boarding warten und im Rücken hunderte Autos und LKW's

 

Heimreise

Mit dem Warten auf die Fähre hat die Heimreise schon begonnen und mit viel Warten wird es bis Freitag noch weitergehen. Zuerst wird es dauern, bis wir in der Früh von der Fähre dürfen, dann geht es mit dem Zug von Livorno nach Florenz. Dort werden wir uns in das wahnsinnige Gewirr von Touristen stürzen. Am Donnerstag fahren wir mit dem Zug weiter nach Bologna, um dort auf den Nachtzug nach Wien zu warten, der erst um 23 Uhr abfährt. Wenn alles gut läuft, steigen wir um ca. 9.00 Uhr in Wien wieder auf österreichischem Boden aus und warten auf den Zug nach Tullnerfeld. Wir freuen uns darauf, wenn wir dann von Tullnerfeld nach Hause radeln können.